RoB-Podcast 014: Kulturschock China

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Hattest du schon mal einen Kulturschock und wusstest nicht, wie du es in einem Land noch länger aushalten sollst? Gab es auf deinen Reisen, während eines Sabbaticals oder als Expat mal Momente, in denen du am liebsten sofort wieder nach Hause geflüchtet wärst?

Im September 2017 brach Alina für ein halbjähriges STA (Short Term Assignment) nach China auf. Die reisebegeisterte Frau bezog ihre neue Homebase in Xiamen in der Provinz Fujian an der Küste zu Taiwan. „Eine wunderschöne Insel“, schwärmt Alina. „Überall sind kleine Cafés, bunte Blumen blühen, ich habe die Stadt in meinen noch freien Tagen erkundet.“ In diesen ersten Tagen machte sie auch einen kurzen Abstecher auf die direkt angrenzende Piano-Insel Gulangyu. Am Anfang war der Kulturschock weit entfernt. Doch schon nach wenigen Tagen zeigte sich, wie anders China ist und wie anders die Chinesen mit vielen Dingen umgehen, die für Westler nicht oder nur sehr schwer nachvollziehbar sind.

„Als ich dann mit meiner Arbeit anfing, kam der Kulturschock schon nach wenigen Tagen.“

In China ist nichts wie in Deutschland, ich habe nicht eine einzige Ähnlichkeit erkennen können“, erklärt Alina. So stieß sie schon nach wenigen Tagen auf Dinge, die sie fremd, verstörend und zum Teil sogar eklig fand. So sei der Umgang mit Tieren sehr schlecht, weil sie nicht als Lebewesen, sondern nur als Mahlzeit oder Spielzeug gesehen werden. „Kleine Kinder kaufen Schildkröten als Haustiere und in manchen Malls gibt es Pools mit Goldfischen, die die Kinder mit Köchern und Angeln fangen. Auch tote Fische werden danach einfach wieder ins Wasser geworfen“, so Alina weiter. Auch die Besorgung von Bankcard und SIM-Karte sei eine Herausforderung gewesen, weil niemand Englisch spricht oder nicht sprechen will. Hinzu kamen Konflikte mit chinesischen Taxifahrern, die Internetrestriktionen, das politische System und das Benehmen der Menschen in der Öffentlichkeit. „Die sind alle sehr laut, schmatzen und schlürfen beim Essen und rotzen einfach überall hin.“

Innerhalb von zwei Monaten wurde Alina immer genervter, gestresster und aggressiver, der Kulturschock wurde immer schlimmer: „Wenn man in einem Land lebt und arbeitet, ist man zwangsläufig in ständigem Kontakt mit den Menschen. Du musst mit ihnen agieren, kommunizieren, essen etc. Ich konnte einfach nicht flüchten.“ Nach einem Kurztrip nach Vietnam dachte Alina, dass sie sich das jetzt irgendwie schön gestalten muss und hat begonnen, auch schöne Dinge mitzubekommen. Und das brachte die Wende.

7 Tipps, wie du den Kulturschock in China überwindest:

  1. Konzentriere dich auf die schönen Dinge. Chinesen sind zum Beispiel sehr gastfreundlich und empfangen dich mit offenen Armen. Sie sind sehr gruppenbezogen und nehmen dich gerne auf Ausflüge mit.
  2. Akzeptiere, dass das politische System für die Chinesen völlig normal ist. Auch, wenn du es als Westler nicht nachvollziehen und verstehen kannst, finde dich einfach damit ab und hinterfrage es nicht.
  3. Akzeptiere ebenso die Internetrestriktionen. Für die Chinesen ist es völlig normal und in Ordnung.
  4. Vermeide Situationen, die dich zu sehr aufregen könnten, zum Beispiel den Umgang mit Tieren.
  5. Genieße die Dinge, die dir Spaß machen: Landschaft, Aktivitäten, bestimmte Städte und Regionen.
  6. Unternimm viel mit anderen Expats.
  7. Reise viel. Mache Wochenendtrips und auch längere Reisen. So fühlst du dich, obwohl du einen Arbeitsaufenthalt hast, öfter wie ein Tourist und kannst deine Batterien wieder aufladen.

Reisen hilft gegen den Kulturschock

Immer, wenn Alina nach ihrer Flucht aus China wieder nach Xiamen kam, konnte sie das Land wieder anders auf sich wirken lassen. Es half ihr, das Land nicht nur als arbeitende Person, sondern auch als Tourist kennenzulernen. „Das hat mir sehr geholfen und ich bin außerdem viel rumgekommen und habe ganz tolle Dinge gesehen. Den Kulturschock hatte ich nur aus Sicht der arbeitenden, dort lebenden Person. Beim Reisen war ich frei und habe jeden Moment genossen“, erklärt sie.

Was du in Folge 14 erfährst…

  • Wie du deinen Kulturschock in China überwindest.
  • Auf der Piano-Insel Gulangyu machen frisch vermählte häufig Hochzeitsfotos. Die Insel war mal eine westliche Kolonialstadt und hat ein mediterranes Flair.
  • Um in China selber ein Auto fahren zu dürfen, braucht man eine Aufenthaltserlaubnis. Als Tourist darf man das nicht.
  • Das Internet ist stark eingeschränkt. Google, Facebook, Instagram etc. sind gesperrt.
  • Chinesen haben zwar keinen Respekt vor Tieren, achten aber besonders gut auf ihre traumhaften Landschaften und wollen diese unbedingt erhalten.
  • Xiamen liegt in der Provinz Fujian an der Küste zu Taiwan.
  • Dass ein Land ganz anders wirkt, ob man als Tourist oder als arbeitende Person dort ist.
  • Chinesen sind sehr gastfreundlich und kontaktfreudig. Du solltest unbedingt in China mit ihnen zum Karaoke gehen.
  • Must-dos in China sind Peking, Shanghai und einer der zahlreichen Nationalparks. Alina war in Guilin und Yangshuo am Li-River. Hiken, wandern, Fahrradfahren und über die Flüsse paddeln in traumhafter Landschaft.
  • Außerdem war Alina in:
  • Sie würde alles übrigens wieder genauso machen und wünscht sich auch wieder denselben Kulturschock ;)

Shownotes

  • Länder, wo du gelebt hast, wo du schon warst und wo du noch hinmöchtest, verwaltest du ganz einfach in der App „Countries been“ (Android und iOS)
  • Die App „WeChat“ verbindet 900 Millionen Menschen. Du kannst damit Video- und Sprachanrufe machen, chatten und in China sogar alles bezahlen. (Android und iOS)

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