Haben wir ein biologisches Geschlecht? (2013)

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Wir sprechen über Zweigeschlechtlichkeit und Geschlechterkonstruktion. (2013)

Bei der Erforschung des biologischen Geschlechts verfährt man wie so oft in der Wissenschaft nach der Methode des grünen Mikroskops: Man schaut durch ein grünes Mikroskop und sagt, grüne Linsen reichen für das Verständnis völlig aus da, wie man ja sehen könne, dass alles mikroskopisch Kleine grün sei. Bei der untersuchung von Geschlechtern geht man meist ähnlich vor: Man schaut durch das grüne Mikroskop (= Kategorie Mann/Frau) und findet in der Natur tatsächlich Männer und Frauen vor. Zweifel überkommen den Forscher nicht, denn da man Männer und Frauen nachweisen konnte, sind die Kategorien (= das grüne Mikroskop) völlig richtig gewählt. Hermaphroditismus / Intersexualität, Zwitter) bezeichnet das Auftreten beider Geschlechter in einem Individuum. Angesichts der Tatsache, dass die Biologie 4000 mögliche Geschlechter kennt, fragen wir uns aus einer sozialkonstruktivistischen Perspektive, was der Dualismus von nur zwei Geschlechtern in unserer Gesellschaft bedeutet. In der Agnes-Studie beobachtet der Soziologe Harold Garfinkel in den 60ern den Prozess der Geschlechtsumwandlung eines Patienten und konstatiert die Omnipotenz des Geschlechts. Wir benötigen in unserer Gesellschaft die klare Rollenzuweisung als Mann oder Frau, um Interaktionen anschlussfähig zu machen. Alles dazwischen wird mit einem künstlicher Krankheitsbegriff belegt. Welche Rolle spielt der Sport bei der Geschlechterzuweisung? Was ist überhaupt Sport? Eine performative Maschine? Etablieren sich nur Sportarten mit klaren Rollenverteilungen? Untersuchungen zu Femaleteams in E-Sportarten untermauern diese Annahme.

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